Weißt du, was ich als eine der größten Herausforderungen als Mama sehe?
Immer in seiner Mitte zu sein.
Immer darauf zu achten, dass man ausgeglichen, liebevoll und einfühlend ist als Mama. Immer für die Kinder da sein zu müssen, auch wenn eigentlich alles nach Pause schreit, wenn die Periode kommt und man eigentlich alleine sein möchte oder einer dieser Tage da ist, an dem einfach nichts passt.
Und ich denke, dazu gehört auch, mit der eigenen Wut umgehen zu lernen, mit der man sich plötzlich konfrontiert sieht. Denn Kinder (eigentlich egal in welchem Alter) können Eltern an ihre Grenzen bringen, wenn sie sich "im falschen Moment" nicht so verhalten, wie wir das gerne hätten oder brauchen würden.
Besonders in anspruchsvollen, fordernden Zeiten ist es so hilfreich, sich ein paar Methoden zurechtzulegen, wie man mit der emotionalen Aufgewühltheit umgehen kann, ohne es am Kind auszulassen. (und ich weiß selbst, dass das echt schwer sein kann und viel Übung braucht!) Aber wir dürfen ja wachsen, lernen und uns mehr im Griff haben, oder?
Deshalb möchte ich Konzepte und Möglichkeiten vorstellen, die ich hilfreich finde, sich zu regulieren, wenn man eigentlich explodieren möchte.
1. Du merkst, dass langsam alles zu viel wird.
Sobald deine Energieampel auf dunkelorange oder rot schaltet, geht es nur mehr darum zu schauen, wie du wieder in den grünen Bereich kommst. Das ist die Nummer 1 Priorität an dieser Stelle.
Hier ein paar Gedanken dazu:
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Hilfe zu holen ist so wichtig!
Wenn du merkst, dass es dir zu viel wird, sag es deinem Partner, wenn er gerade da ist. „Mir ist es gerade zu viel, bitte übernimm du jetzt, ich brauche eine Pause. Und zwar JETZT!“ Und dann mach etwas, das dich wirklich auflädt – draußen sein, mit jemandem telefonieren oder dich bewegen. Wenn es ganz schlimm ist, ist manchmal ein guter Weg, ein spannendes Buch parat zu haben, in das man dann abtauchen kann und für eine Weile die Welt vergisst.
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Es muss nicht perfekt sein.
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Vielleicht wolltest du für das Geburtstagsfest selbstgemachte Pizzaschnecken mitbringen. Dann bleib im nächsten Bäcker oder Supermarkt stehen und kaufe etwas. Perfekt geht grad nicht und Zeit ist dann eben Mangelware.
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Vielleicht wolltest du das Lunchpaket fürs Schwimmbad oder einen Ausflug selbst machen. Dann lass es und hol von der Bäckerei eine leckere Jause oder nimm etwas aus dem Tiefkühler.
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Sag große Unternehmungen, Ausflüge oder Termine wenn möglich ab oder suche ein einfacheres, kleineres Alternativprogramm, das dich weniger Vorbereitung und Aufwand kostet. Vielleicht ist es dann einfach der Spielplatz oder ein Nachmittag daheim.
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Einfach mal zu spät kommen. Das ist in den meisten Fällen in Ordnung. Und wenn du dafür entspannter ankommst, dann ist es das allemal die Verspätung wert.
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Was ich immer zuhause habe, sind fertige, hochwertige Speisen im Kühlschrank, die ich einfach aufwärmen kann, wenn keine Zeit oder Energie zum kochen ist. Das ist so entlastend, wirklich! (sehr zu empfehlen sind die Bio-Speisen von Mamas Nest, z.B. das Familienalltagspaket)
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Wenn Besuch kommt, fühl dich nicht schlecht, wenn nicht alles perfekt aufgeräumt ist. Kümmer dich einfach weniger darum, was andere denken, das entlastet enorm!
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Alles, was dir hilft, dir Stress und Druck herauszunehmen und du es einfacher machen kannst, ist in Ordnung.
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Vielleicht wolltest du für das Geburtstagsfest selbstgemachte Pizzaschnecken mitbringen. Dann bleib im nächsten Bäcker oder Supermarkt stehen und kaufe etwas. Perfekt geht grad nicht und Zeit ist dann eben Mangelware.
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Mach Pausen mit dem Kind
Bevor es dir zu viel wird, such eine Beschäftigung, die dein Kind mag und dir wenig oder gar keine Kraft kostet. Vielleicht schaut ihr gemeinsam Fotos am Handy an oder es darf einen ruhigen, altersgerechten Film anschauen, während du deine Batterien auflädst.
Je nach Alter kannst du es auch in den Kinderwagen setzen und einen Spaziergang in der Natur machen.
Diese rote Energieampel wahrzunehmen und die Dinge anzupassen, die sich verändern oder vereinfachen lassen, ist extrem wichtig. Es schützt dich selbst als Mama oder Papa vor dem ausbrennen und gibt den Kindern die Chance, ausgeglichenere Eltern zu haben. Je besser du darauf achtest, desto schneller bist du wieder in deiner Kraft und kannst wieder ausgeglichen für die Kinder da sein.
Und es ist wirklich okay, sich herauszunehmen, einen Gang zurückzuschalten und auch mal einen heißen Sommertag zuhause zu verbringen.
2. Plötzlich ist es einfach zu viel und die Emotionen kochen hoch
Es kann durchaus vorkommen, dass wir uns trotz allem plötzlich mit einer Wut konfrontiert sehen, die einfach da ist und uns einnimmt. Weil der Tag schlecht gestartet hat, das Kind permanent jammert und klammert, weil uns eigentlich gerade etwas im Job beschäftigt oder eine schlechte Nachricht gekommen ist, die wir eigentlich gerne in Ruhe verdauen wollen und deshalb einfach genervter und vielleicht auch gereizter sind.
Es ist ja so, wenn wir nicht in der Mitte sind, können wir einfach viel schlechter mit unseren unausgeglichenen Kindern umgehen. Oder generell einfach weniger gut für Kinder da sein.
Nun können wir herausfinden, was uns beschäftigt und uns aus unserer Mitte bringt. Es kann sein, dass wir einen Film gesehen haben, eine Nachricht gelesen haben oder andere Sorgen gibt, die uns beschäftigen und uns unruhig machen. Das zu erkennen bring schon wirklich viel im ersten Schritt.
Und wenn trotz allem, vielleicht ganz unerwartet und plötzlich die Wut da ist und wir das Kind einfach anschreien wollen? Dann finde ich einen Ansatz so hilfreich (und ja, es braucht trotz allem einiges an Übung!)
Kurzes Innehalten, bevor man reagiert
„Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion.“
Stephen R. Covey
Genau diesen Raum, der zwischen Reiz und Reaktion liegt, können wir betreten und bewusst entscheiden, wie wir auf eine Situation reagieren.
Sobald man merkt, dass sich die Emotionen anstauen, hochkommen und man merkt, dass gleich alles durchbricht, gibt es diesen kleinen Moment der Entscheidungsmöglichkeit - lasse ich es jetzt raus oder nehme ich mich zurück, atme kurz durch und reagiere ich in einem ruhigen Ton? Es sind Millisekunden, in der eine Entscheidung möglich ist.
Vielleicht wolltest du einfach pünktlich sein und dein Kind dazubringen, dass es sich endlich anzieht und und ihr gehen könnt. Aber auch nach dem fünften Mal rufen reagiert es nicht und du bist mittlerweile wirklich verärgert und ungeduldig. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: entweder du schreist es an und ziehst es aus der Situation oder du nützt diese Millisekunde und siehst, dass das Kind einfach noch seine Autos parken möchte, dir sein perfekt gestriegeltes Pferd zeigen möchte oder es gerade einfach aufgewühlt ist und Ruhe braucht. Es ist diese Millisekunde, in der wir entscheiden können, ob wir die Wut rauslassen oder uns mit dem Kind verbinden und auf es eingehen.
Und das ist leichter, wenn wir in unserer Mitte sind und einiges herausfordernder, wenn wir es nicht sind.
Ich weiß, diesen Raum der Entscheidung zu betreten ist nicht immer leicht und braucht Übung und Geduld mit sich. Beim einen Mal klappt es, beim nächsten Mal vielleicht wieder nicht.
Je länger wir Mama sind, desto besser lernen wir uns selbst kennen, unsere Trigger, unsere Grenzen und unsere Reaktionen auf gewisse Situationen. Und das können wir uns zu Nutze machen, daran zu wachsen und mehr und mehr in uns Ruhe finden, egal, was rund um uns passiert.
Ich finde, Mama sein ist nicht nur eine große Aufgabe an sich, sondern eine große Herausforderung, zu wachsen und mit seinen Schwächen umgehen zu lernen. Denn Kinder triggern sie immer. Kinder zu haben eine der größten Wachstumschancen für uns.